Auftaktveranstaltung ''Vielfalt gestalten - Impuls für Entwicklung, Jahresthema der KfW und GTZ
24.02.1020Es gilt das gesprochene Wort!
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen.
Dass in diesem Jahr erstmals GTZ und KfW Entwicklungsbank gemeinsam ein entwicklungspolitisches Jahresthema gestalten, begrüße ich ausdrücklich. Zunehmende Zusammenarbeit ist für mich, wie Sie wissen, zukunftsweisend.
Das Thema, das Phantasien und Kräfte in einer Weise beflügelt, die uns über dieses Jahr hinaus trägt, lautet: „Vielfalt als Impuls für Entwicklung“. Ich bin gebeten worden, einen Schwerpunkt meiner Eröffnungsrede auf den Zusammenhang von Biodiversität und Welternährung zu legen. Ich will das gerne tun.
Aber ich möchte das einbetten in die Neuorientierung, die wir vorgenommen haben. Mir ist der elementare Zusammenhang wichtig, in dem die Biodiversitätsdebatte mit der Entwicklungspolitik steht. Wenn ich die erfolgte Neuorientierung mal etwas salopp formulieren darf, dann würde ich sagen: Natürlich bleibt Armut ein Thema, aber so, dass die Potentiale im Vordergrund stehen. Natürlich muss bei Katastrophen zunächst Nahrungs-Nothilfe geleistet werden. Dabei kann es aber nicht bleiben. Wir müssen so schnell wie möglich Hilfe zur Selbsthilfe leisten.
Der Leitgedanke dabei ist, Freiheit in Verantwortung zu stärken. Dafür haben wir konkret fünf Schwerpunkte gesetzt:
1. Wir werden die Armut nachhaltig bekämpfen - insbesondere die “Bildungsarmut”.
2. Wir werden die Kräfte aus der Mitte der Gesellschaft unterstützen und entwicklungspolitisch nutzen, in den Partnerländern und bei uns. Darum liegt ein Schwerpunkt unseres Engagements bei den Stiftungen und den Kirchen.
3. Wir werden Strukturdefizite abbauen. Stichwort ist hier Agrarexportsubventionen, daher brauchen wir auch mehr Kohärenz für Entwicklung innerhalb der Bundesregierung, in der Europäischen Union und in internationalen Strukturen.
4. Wir werden das Engagement der Wirtschaft entwicklungspolitisch stärker nutzen.
5. Wir werden Wirksamkeit und Sichtbarkeit der deutschen Entwicklungspolitik stärken. Darum setzen wir die Erklärung von Paris und die Accra Agenda für mehr Wirksamkeit in der Entwicklungszusammenarbeit um und darum haben wir mit der Reform von GTZ, DED und InWEnt zu einer Organisation der Technischen Zusammenarbeit begonnen.
So werden wir in partnerschaftlicher Weise die Vielfalt der Instrumente erhalten. Denn diese Vielfalt ist ein Vorteil der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, den wir bewahren wollen.
Vor uns liegt 2010 als internationales Jahr der Biodiversität. Wir werden diesem Jahr mit Ihrer Hilfe einen erkennbaren entwicklungspolitischen Anstrich geben. Dabei haben wir die Kanzlerin ausdrücklich auf unserer Seite.
Für mich gibt es eine Zahl, in der sich alles fokussiert, was an Aufgaben und Herausforderungen vor uns liegt: 80 % der globalen genetischen und biologischen Ressourcen finden sich in Entwicklungsländern. Es gibt wenige Zahlen, die so deutlich zeigen, was zukunftsorientiertes Wissen ist.
Diese Vielfalt zu erhalten – das ist ein globales Zukunftsthema und ich bin sehr dankbar, dass GTZ und KfW es voranbringen wollen. Wir müssen auch bei uns im Land noch deutlicher machen, dass es nicht um ein Orchideenthema geht, sondern um ein Überlebensthema.
Fragen der Biodiversität spielen in der gleichen Liga, wie Fragen des Klimawandels. Die Bedeutung der biologischen Vielfalt für unser Überleben ist aber noch nicht so im öffentlichen Bewusstsein angekommen wie der Klimawandel.
Fragen Sie einmal die Menschen in der Fußgängerzone von Schriesheim, warum nicht nur der berühmte australische Magenbrüterfrosch, sondern genauso die Hoodia-Pflanze aus der Kalahari für sie von Bedeutung ist - das muss man schon erklären.
Die Hoodia enthält Wirkstoffe mit appetitzügelnder Wirkung und dient den Kalaharibewohnern seit Jahrhunderten als Hunger- und Durststiller sowie als Heilmittel gegen Husten und Erkältungskrankheiten. Aus den Wirkstoffen der Pflanze lassen sich wohlmöglich Milliarden-Gewinne für die Pharmaindustrie erwirtschaften. Mit dem Verlust dieser Pflanzenart würden die medizinischen und die ökonomischen Potentiale verloren gehen.
Biodiversität ragt also unmittelbar in unser Leben herein, nicht weniger als der Klimawandel. Aber sie lässt sich leider nicht auf eine so simple Formel wie die Zwei-Grad-Begrenzung reduzieren.
Darum ist vielfältige Öffentlichkeitsarbeit für Biodiversität wichtig – für uns und für die Menschen in unseren Partnerländern. Auch hier eine Zahl: Wenn wir den Klimawandel in Afrika nicht aufhalten, gehen dort 40% der Arten verloren, die sich nicht an mehr Trockenheit anpassen können. Und auch diese Folgen betreffen nicht nur die jeweilige Region. Derzeit sind 30% unserer Ökosysteme bedroht. Dies ist nicht nur aus ökologischen Gesichtspunkten bedeutsam, sondern auch im Hinblick auf Armutsbekämpfung und Ernährungssicherung - also im Blick auf die entscheidenden Potentiale der Selbsthilfe in unseren Partnerländern.
Die Vielfalt der Natur ist eine Schatzkammer. Nur wenn wir diese Schätze nicht verschleudern, sondern anlegen und investieren, kann es gelingen, die Weltbevölkerung zu ernähren und auf den Klimawandel zu reagieren. Wir müssen von der Übernutzung zur nachhaltigen Nutzung umsteuern.
Eine Bestandsaufnahme der Ökosysteme aus dem Jahr 2005 zeigt: In 50 Jahren wurde die Natur so stark zerstört, dass sie 2/3 ihrer Leistungsfähigkeit verloren hat. Mit „Leistung“ der Natur meine ich: die Bereitstellung von sauberem Wasser und sauberer Luft, fruchtbare Böden und eine immense Arten- und Sortenvielfalt, ohne die wir nicht auf Ernährungskrisen, Klimawandel und Krankheitserreger reagieren können.
Die natürliche Vielfalt ist aber nicht nur ein materieller Schatz, sondern auch Ausgang von Inspirationen für Innovationen.
Kennen Sie den gewöhnlichen Wiesenbocksbart? Als Fallschirmspringer habe ich ein besonderes Verhältnis zu ihm. Ich meine nicht, weil der in allen Teilen lecker und essbar ist (das ist er!). Ich meine die Flugfähigkeit seiner Frucht, die Kinder im Frühling etwa am Löwenzahn immer wieder fasziniert.
Die Natur inspiriert nicht nur Kinder, die Männer werden, sondern auch die Landwirtschaft, die Kosmetikindustrie und Zukunftsbranchen, die sich dann Biotechnologie und Bionik nennen.
Die Pharmaindustrie verdankt die Hälfte ihrer Inhaltstoffe schlicht der Natur und in der Saatgutproduktion sind es 100%. Saatgutfirmen, Pharma- und Kosmetikindustrie generieren auf der Grundlage von genetischen Ressourcen der Natur Milliardengewinne.
Diese aus der Natur resultierenden Gewinne für das menschliche Wohlbefinden und für die Wirtschaft gibt es aber weder geschenkt noch ist ihr Reichtum unerschöpflich.
Ich bin sehr dankbar, dass solche Zusammenhänge jetzt durch die TEEB-Studie zur wirtschaftlichen Bedeutung der biologischen Vielfalt auf den Tisch gelegt worden sind. Die Autoren haben durchgerechnet, was es bedeutet, wenn wir der „Natur einen Wert geben“, wenn wir an Bäume, Tiere, Pflanzen sozusagen Preisschilder hängen. Zwischenergebnisse der Studie ergeben, dass die Kosten des unterlassenen Schutzes der Biodiversität sich bis 2050 auf 14 Billionen USD belaufen, das sind etwa 7% des weltweiten Bruttosozialproduktes.
Investition in Biodiversität mögen manche teuer finden – nicht zu investieren, ist unbezahlbar. In Europa hängen 2,6% aller Arbeitsplätze direkt und 16,6% indirekt von natürlichen Ressourcen ab. Die Leistungen der Natur sind viel größer als die meisten von uns meinen. Auch ich habe hier gelernt.
Haben Sie sich mal gefragt: Was verdient ein Gorilla? Auf meiner Reise in den Kongo wurde mir erklärt, dass ein Gorilla durch Ökotourismus im Laufe seines Lebens schätzungsweise 1 Mio. USD „erwirtschaften“ kann, wenn man ihn lässt. Allerdings werden noch immer Gorillas getötet. Das ist einerseits dumm und unwirtschaftlich. Das ist andererseits sehr verständlich und logisch, solange nämlich die Bevölkerung keine andere Möglichkeit hat, ihren Hunger zu stillen und ein zum Leben ausreichendes Einkommen zu erzielen.
Aber das ist eine Spirale nach unten: Die Menschen verheizen um zu überleben das Floß, auf dem sie treiben.
Dieses Streiflicht aus dem Kongo zeigt exemplarisch, dass Umweltzerstörung und Armut zusammenhängen und dass Entwicklungspolitik diesen Teufelskreis aufbrechen kann.
Armut ist hier Ursache und Resultat von Umweltzerstörung. Armut zwingt die Menschen, die knappen natürlichen Ressourcen zu übernutzen. Übernutzung führt zu weiterer Zerstörung, dies zu noch mehr Not.
Für Menschen in Entwicklungsländern sind natürliche Ressourcen überlebenswichtig. Sie brauchen fruchtbare Böden und artenreiche Meere für die Sicherung ihrer Ernährung. In Afrika leben 80 Prozent der ländlichen Bevölkerung von dem, was sie in der Natur ernten. Milliarden Menschen leben zudem von Nahrungsmitteln aus dem Meer. Sie brauchen saubere Flüsse und Seen als Trinkwasser, zum Kochen und zum Waschen. Sie brauchen Pflanzen für Heilmittel. Etwa 70 – 80 % der Bevölkerung in Entwicklungsländern deckt ihre Gesundheitsversorgung mit traditionellen Heilmitteln, hauptsächlich mit Heilpflanzen. Sie brauchen biologische Vielfalt als Einkommensquelle. Ökotourismus und Naturprodukte sind hoffnungsvolle Wirtschaftszweige.
Entwicklungspolitik nimmt diese Herausforderungen der Biodiversität ernst. In Umsetzung der Zusage von Bundeskanzlerin Merkel auf der letzten Vertragsstaatenkonferenz der Biodiversitätskonvention wollen wir in den Jahren 2009 bis 2012 500 Mio. EUR zusätzlich für den Schutz von Wäldern und anderen Ökosystemen in Entwicklungsländern zur Verfügung stellen.
Für die deutsche Entwicklungspolitik sehe ich dabei drei Aufgabenbereiche als zentral an. Wir unterstützen Entwicklungsländer finanziell und mit Know-How beim Schutz der Biodiversität. Wir helfen den Partnerländern, ihr Eigentum an genetischen Ressourcen zu schützen und nachhaltig zu nutzen. Wir erhalten die Agrobiodiversität als zentralen Beitrag zur Ernährungssicherung.
Lassen Sie mich an einigen Beispielen aus unserer Arbeit zeigen, wie das konkret läuft:
Wir unterstützen unsere Partner beim Ausbau, dem Erhalt und dem Management ihrer Schutzgebiete. Konkret haben wir im letzten Jahr Unterstützung für Nationalparks in der Elfenbeinküste, in Benin, in Namibia und in Vietnam zugesagt. Damit tragen wir auch zur Armutsbekämpfung bei. Die lokale Bevölkerung soll von den Schutzgebieten profitieren. Sie findet Arbeit beim Parkmanagement und den vielfältigen Aufgaben der Parkverwaltung.
Ein wichtiges Thema ist für uns der Schutz und die nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern. Wälder binden CO2, liefern Rohstoffe und beherbergen 75% der biologischen Vielfalt der Erdoberfläche. Dieser Ressourcenreichtum macht sie zur Existenzgrundlage für weltweit etwa 1,6 Milliarden Menschen, die in extremer Armut leben. Ohne Schutz der Wälder können wir die biologische Vielfalt nicht halten. Ich begrüße daher, dass trotz der enttäuschenden Ergebnisse der Klimakonferenz von Kopenhagen wenigstens hier Fortschritte gelungen sind.
Als Entwicklungspolitiker will ich aber auch klarstellen: Die Verteilung der durch die Nutzung von Biodiversität erzielten Gewinne war in der Vergangenheit nicht gerecht. Der Schutz der Biodiversität und ihre Verwertung auf den Märkten verlangen bessere Rahmenbedingungen. Früher konnte ein Arzneiforscher in ferne Länder reisen und sich dort in Wald und Feld in Flora und Fauna bedienen. Unsere Partnerländer wurden als Selbstbedienungsläden angesehen. Stellen Sie sich das einmal einen Augenblick umgekehrt vor!
Die Menschen in dem Herkunftsland der biologischen Ressource hatten nichts davon. Wir verdanken aber ihnen, dass sie ihre biologische Vielfalt bewahrt haben und ihr Wissen weitergaben.
Die Experten wissen, es geht hier um das Biodiversitäts-ABS - das Access and Benefit Sharing. Die Biodiversitätskonvention ist bekanntlich das Regelwerk, das die Staaten der Erde zum sozial, wirtschaftlich und ökologisch verträglichen Umgang mit den biologischen Ressourcen verpflichten soll. Sie hat drei Ziele: Schutz der biologischen Vielfalt, nachhaltige Nutzung der Biodiversität und drittens gerechter Vorteilsausgleich bei der Nutzung genetischer Ressourcen.
Während die ersten beiden Ziele kaum umstritten sind, gibt es Diskussionen um die Umsetzung des dritten. Es ist eine Frage der Fairness, dass die Entwicklungsländer ihren Anteil an den Gewinnen aus der Nutzung ihrer genetischen Ressourcen erhalten. Eine faire Entlohnung ist für die Menschen ein wichtiger Anreiz die wertvollen Ressourcen ihrer Heimat zu schützen.
Im Moment laufen die Verhandlungen zu einem Zusatzabkommen der Biodiversitätskonvention zu diesem Thema auf Hochtouren. Auf der nächsten Vertragsstaatenkonferenz im Oktober in Japan soll dieses Abkommen verabschiedet werden. Das Abkommen ist entscheidend für das dritte Konventionsziel, denn es legt den internationalen Rahmen fest, der den Zugang zu genetischen Ressourcen und die gerechte Beteiligung an dem Nutzen daraus regeln soll. Dieses Abkommen ist ein außerordentlich wichtiger Schritt auf dem Weg zu fairen internationalen Rahmenbedingungen.
Lassen Sie mich noch kurz den engen Zusammenhang der Agrobiodiversität mit der Ernährungssicherung hervorheben. Sie kennen die Fakten: Eine Milliarde Menschen hungern - 160 Millionen mehr als Anfang der 1990er Jahre. Die Nahrungsmittelkrise 2008 hat den Blick wieder auf Landwirtschaft und ländliche Räume gelenkt. Eine sich selbst tragende, nachhaltige Steigerung landwirtschaftlicher Produktion, die gleichzeitig die Zerstörung ihrer eigenen natürlichen Produktionsgrundlagen vermeidet, ist hier die zentrale Zukunftsaufgabe.
Die landwirtschaftliche biologische Vielfalt stellt dabei einen viel zu wenig beachteten Bereich dar. Agrobiodiversität ist etwas Besonderes. Sie wurde von Menschen geschaffen. Sie ist ein Kulturgut. Über mehr als 10.000 Jahre haben Bäuerinnen und Bauern Nutzpflanzen gezüchtet, um Sorten zu entwickeln, die weniger anfällig für Krankheiten und Schädlinge sind und höhere Erträge liefern. Ähnlich vielfältig entwickelten sich die Haustierassen wie Rind, Schaf, Ziege, Schwein usw. Seit gut 100 Jahren nimmt die landwirtschaftliche Vielfalt dramatisch ab. 75% der Vielfalt der landwirtschaftlichen Pflanzen gilt bereits als verloren. Das betrifft vor allem die Tropen und Subtropen. Aber auch wir in den Industrieländern sind davon betroffen.
Die Zentren der genetischen Vielfalt der wichtigsten Kulturpflanzen liegen mehrheitlich in Entwicklungsländern: für Gerste z.B. in Äthiopien, für Kartoffeln in Peru. Mit der landwirtschaftlichen Vielfalt gelang es der Menschheit, an schwierigen Standorten zu überleben. Agrobiodiversität hat daher nicht nur einen Wert an sich, sondern sie ist auch essentiell, um die Ernährung der Weltbevölkerung künftig zu sichern. 95% aller landwirtschaftlichen Betriebe weltweit leben von kleinbäuerlicher Landwirtschaft, häufig auf wenig fruchtbaren Böden und unter klimatisch schwierigen Bedingungen. Für Kleinbauernfamilien ist eine ausreichende und ausgewogene Ernährung nur möglich durch die Vielzahl angebauter Pflanzen und die große genetische Vielfalt ihrer Landsorten, die sie selbst züchten und vermehren.
Gegenüber Pflanzenkrankheiten sind sie oft besonders widerstandsfähig, während Hochertragssorten mit enger genetischer Basis nicht selten zu vollkommenem Ernteausfall führen. Eine sich verengende genetische Basis wird zur akuten Bedrohung der Ernährungssicherung.
Wir blicken auf großartige Züchtungserfolge in den letzten Jahrzehnten zurück. Mit nur drei Kulturpflanzen, nämlich Weizen, Reis und Mais, werden durch Hochertragssorten 60% des globalen Bedarfs gedeckt. Das ist eine Leistung - aber dort wo der Hunger wohnt, kommt sie nicht an. In den vielen kleinbäuerlich besiedelten Regionen in Entwicklungsländern haben die Menschen von den Züchtungserfolgen nicht profitieren können. Hochertragssorten sind für diese Standorte oft völlig ungeeignet. Zugleich erwirtschaften aber gerade diese Kleinbauern einen unverzichtbaren Beitrag zur Welternährung, vor allem in ernährungsunsicheren Gebieten.
Die biologische Vielfalt von Kultur- und Wildpflanzen hilft, Hunger und Fehlernährung zu vermeiden. Vielfalt ist die Voraussetzung dafür, weniger fruchtbare Standorte „in Wert zu setzen“. Vielfalt macht flexibel und ist effizient. Vielfalt hilft die Risiken von Ertragsausfällen zu reduzieren und eröffnet der ländlichen Bevölkerung Einkommensmöglichkeiten.
Aber auch angesichts des Klimawandels ist die Agrobiodiversität von zentraler Bedeutung. Landwirte in den Entwicklungsländern müssen ihre Produktion an die sich verändernden klimatischen Bedingungen anpassen. Sie brauchen robuste Sorten, die auch bei Trockenheit und höheren Temperaturen ausreichende Erträge bringen.
Entwicklungspolitik für den ländlichen Raum muss darum der Erhaltung und Weiterentwicklung biologisch vielfältiger Agrar-Ökosysteme einen gebührenden Stellenwert einräumen. Darum werden wir die Förderung der Pflanzenzüchtung und Saatgutproduktion für kleinbäuerliche Bedarfe verstärken, und so die Ernährungssicherheit und die Lebensbedingungen der ländlichen Bevölkerung in den Entwicklungsländern nachhaltig verbessern.
In Marokko unterstützen wir in einer Entwicklungspartnerschaft mit der Wirtschaft Berberfrauen dabei, das wertvolle und nur dort zu produzierende Arganöl selbst herzustellen und in Europa zu vermarkten. Der erzielte Gewinn verbleibt bei den Produzentinnen und dient der lokalen Entwicklung.
Lassen Sie mich zu genaueren Informationen zu unserer Entwicklungspolitik im Bereich Biodiversität auf die ausliegende Informationsmappe verweisen.Dort finden Sie einen detaillierten Bericht über die Umsetzung der Zusage von Bundeskanzlerin Merkel auf der letzten Vertragskonferenz.
Ich möchte dazu nochmals ausdrücklich unterstreichen: Die Zusage von Bundeskanzlerin Merkel ist für uns entwicklungspolitischer Auftrag und Verpflichtung zugleich. Wir wollen die Möglichkeiten für Entwicklung, Inspiration und Anpassung für zukünftige Generationen erhalten. Entwicklungspolitik ist entscheidend, um den Biodiversitätsverlust zu stoppen. Ich stehe dafür, dass wir unsere Mittel für den Bereich Biodiversität und Wald wirksam und effizient einsetzen werden.










