Dirk Niebel, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und FDP-MdB aus dem Wahlkreis Heidelberg -

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Donnerstag, 9. September 2010

Ruppert: Wer Bücher verbrennt, handelt selbst extremistisch

Stefan Ruppert Der evangelikale Pastor Terry Jones plant für den 11. September, in seiner Gemeinde im US-Staat Florida Schriften des Koran zu verbrennen. Die FDP-Bundestagsfraktion verurteilt dieses Vorhaben auf das Schärfste: "Eine derart sinnlose Provokation ist durch nichts zu rechtfertigen und muss unterlassen werden. Wer Bücher verbrennt, handelt selbst extremistisch, intolerant und verletzt damit die Idee der Freiheit", betont der Religionsbeauftragte der FDP-Fraktion, Stefan Ruppert.

Der islamfeindliche Fanatiker hat nur rund 50 Anhänger - dennoch sorgt Terry Jones mit seiner Ankündigung, die heilige Schrift des Islams am Jahrestag der Anschläge auf die Zwillingstürme verbrennen zu wollen, für weltweite Empörung. Die USA rechnen mit Demonstrationen und fürchten um die Sicherheit ihrer Soldaten und Einrichtungen. Bis vor zwei Jahren stand Jones noch der Christlichen Gemeinde in Köln vor. Dort hat er mittlerweile Hausverbot. Ihm wird unter anderem vorgeworfen, Gemeindegelder veruntreut zu haben.

Bücherverbrennungen sind ein Akt der Barbarei

Die FDP-Bundestagsfraktion verurteilt die geplante Aktion. "Bücherverbrennungen sind schon immer ein Akt der Barbarei gewesen", erklärt der Beauftragte für Kirchen und Religionsgemeinschaften der FDP-Bundestagsfraktion, Stefan Ruppert. "Wer Bücher verbrennt, handelt selbst extremistisch, intolerant und verletzt damit die Idee der Freiheit."

Zwar dürfe man die Werte der Freiheit selbstbewusst verteidigen und auch nicht aus Angst vor Reaktionen aus dem Lager der Islamisten verstummen. "Eine Bücherverbrennung ist aber schlicht keine Verteidigung unserer gesellschaftlichen Werte, sondern deren Zerstörung", stellt Ruppert klar.

Jede Religion hat das Recht, respektiert zu werden

"Der Koran ist das zentrale Buch einer monotheistischen Weltreligion, mit der Christen auch theologische Wurzeln teilen. Wer den Koran verbrennt, verbrennt einen Teil dieser Wurzeln. Er verbrennt aber auch das Medium der Aufklärung schlechthin: das Buch. Jede Religion hat ein unteilbares Recht darauf, von anderen Gläubigen und Nichtgläubigen respektiert und geachtet zu werden. Nur so kann ein konstruktiver Dialog zwischen den Religionen und Kulturen gelingen", so Ruppert.

Der Liberale stellt auch in Europa und Deutschland fest, dass islamfeindliche Einstellungen auf dem Vormarsch sind. Das habe sich teilweise in der aktuellen Integrationsdebatte gezeigt. "Einseitige Schwarzweißmalereien und verbale Provokationen nützen jedoch niemandem was." Ruppert plädiert für eine ernsthafte und sachliche Debatte über Integration in Deutschland, bei der die religiöse und kulturelle Vielfalt im Land geschätzt wird.

Durch Offenheit und Neugier Berührungsängste abbauen

"Gerade im Fastenmonat Ramadan kommt die Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Muslime besonders deutlich zum Ausdruck. Für viele Nichtmuslime ist die Teilnahme am täglichen Fastenbrechen auf Einladung von Moscheevereinen, islamischen Verbänden und einfachen Familien eine einzigartige Chance, die Kultur und Gewohnheiten der muslimischen Nachbarn und Mitmenschen unmittelbar zu erleben. Durch diese Offenheit, Neugier und Interesse werden Berührungsängste und Vorurteile abgebaut", so Ruppert. zurück

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